Am Dienstag endete die Amtszeit von Trainer Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund. Und das, obwohl der 43-jährige alle zuvor gesteckten Saisonziele erreichte. Dem BVB gelang mit dem dritten Rang in der Bundesliga die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League, in der Königsklasse erreichte die Borussia mit starken Auftritten das Viertelfinale und der DFB-Pokal wurde gar zwei Tage vor der Entlassung von Tuchel gewonnen.

Tuchel ist der Trainer mit dem besten Punkteschnitt in der Geschichte der Schwarzgelben: 2,1 Zähler holte er mit seinem Team im Schnitt. Zudem verlor er in seiner gesamten Amtszeit nicht ein einziges Bundesliga-Heimspiel und holte zuletzt erstmals seit fünf Jahren mal wieder einen Titel nach Dortmund. Sportlich hätte es trotz widriger Umstände, wie einigen Spielerabgängen und nicht zuletzt auch dem schrecklichen Attentat auf den BVB-Mannschaftsbus, kaum besser laufen können.

Der Trainerwechsel ist riskant und teuer

Doch die Wege von Tuchel und der Dortmunder Borussia trennen sich nun, trotz all der sportlichen Erfolge. Denn so sehr es auch sportlichen passte, so wenig passte es zwischenmenschlich zwischen dem Westfalen-Club und Tuchel. Diverse Medien und interne Kenner des Vereins meldeten schon seit langem diverse Konflikte innerhalb des Vereins mit dem Trainer und seinem Team. Vom Management, über die Scouting-Abteilung, bis hin zu Teilen der Mannschaft, soll der Trainer angeeckt sein.

Die Entlassung ist dabei ebenso riskant, wie teuer: Für Tuchel wird eine Abfindung von 2,9 Mio € kolportiert. Zudem haben Watzke, Zorc & Co. bereits ihren Wunsch-Nachfolger ausgemacht. Lucien Favre, unter dem BVB-Superstar Marco Reus in Gladbach zum Bundesliga-Profi reifte, gilt als heißester Kandidat. Er ist jedoch ebenfalls nicht günstig zu haben, da er bei seinem aktuellen Klub, dem OGC Nizza einen noch bis 2019 laufenden Vertrag hat. Es wird erwartet, dass der BVB eine Ablösesumme von mindestens 5 Mio € nach Nizza wird überweisen müssen.

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