Nachdem die Verpflichtung des polnischen Mittelfeldtalentes Pawel Wszolek whol endgültig geplatzt ist, hat Hannover 96 am Dienstag überraschend doch noch einen vierten Wintertransfer getätigt. Überraschend ist vor allem die Position des Neuzugangs, Sebastian Pocognoli.

Der belgische Nationalspieler ist linker Verteidiger und damit eine weitere Alternative auf einer Position, auf der Trainer Mirko Slomka mit Konstantin Rausch, Christian Schulz und Christian Pander eigentlich schon drei Spieler zur Auswahl hat. Bei näherer Betrachtung ist die Verpflichtung des 26 Jahre alten Pocognoli von Standard Lüttich aber durchaus weitsichtig, da Schulz vermehrt als Innenverteidiger und im defensiven Mittelfeld gesehen wird und Pander in der Vergangenheit nicht selten von Verletzungen geplagt wurde.

In erster Linie dürfte Pocognoli aber wegen der unklaren Zukunft von Rausch verpflichtet worden sein. Das 22 Jahre alte Eigengewächs, das sich auch links offensiv schon bewährt hat, womit auch Pocognoli und Rausch gemeinsam spielen könnten, hat seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert. Nicht ausgeschlossen, dass der U-21-Nationalspieler Hannover im Sommer verlässt, wobei es nach Informationen der „Bild“ mit dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach sowie Vereinen aus England schon einige Interessenten geben soll.

Allerdings dürfte Manager Jörg Schmadtke zuvor alles versuchen, um Rausch doch zu einem Verbleib zu bewegen, wäre ein Abschied des aus dem eigenen Nachwuchs hervorgegangenen Linksfußes doch zweifellos als Rückschlag im Bemühen, sich in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga zu etablieren, zu werten.

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