Hertha BSC: Klinsmann wirft hin

Rücktritt nach wenigen Wochen

Jürgen Klinsmann zieht sich wieder aus dem aktiven Geschäft zurück. ©Imago images/Contrast

Jürgen Klinsmann hat schon nach wenigen Wochen genug von seinem Job bei Hertha BSC. Der Trainer trat heute von seinem Amt beim Hauptstadtklub zurück. Via Facebook verabschiedete er sich von den Fans.

Kein Vertrauen mehr?

Gerade im Abstiegskampf sind Einheit, Zusammenhalt und Konzentration auf das Wesentliche die wichtigsten Elemente. Sind die nicht garantiert, kann ich mein Potenzial als Trainer nicht ausschöpfen und kann meiner Verantwortung somit auch nicht gerecht werden. Deshalb bin ich nach langer Überlegung zum Schluss gekommen, mein Amt als Cheftrainer der Hertha zur Verfügung zu stellen und mich wieder auf meine ursprüngliche langfristig angelegte Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückzuziehen.“, so Klinsmann in seinem Post.

Offenbar spürte der 55-Jährige also nicht genug Rückhalt, um das ambitionierte Projekt zum Abschluss zu bringen. Nachdem die Berliner in der Winterpause weltweit der Klub mit den höchsten Transferausgaben waren, waren die Ergebnisse mit nur einem Sieg aus vier Spielen eher ernüchternd. Dazu kam das Pokalaus gegen Schalke. Für Irritationen sorgte auch die Posse um Klinsmanns Trainerlizenz, die dieser in den USA vergessen hatte.

Die Hertha wird nun auf die Suche gehen nach dem dritten Trainer für diese Saison. Im Sommer hatte Ante Covic von Pal Dardai übernommen, der sich nach Jahren an der Seitenlinie eine Auszeit gönnen wollte. Mit einem Remis gegen Bayern München schien der Start gelungen, doch in den letzten zehn Spielen vor Weihnachten gelang nur noch ein Sieg.

Mit Alexander Nouri hätte die Hertha im Trainerstab noch einen Fußballlehrer, steht also nicht unter akutem Zeitdruck bei der Nachfolgeregelung.